Autokosten berechnen
Die Nutzung eines Autos bietet zahlreiche Vorteile – von Flexibilität und Unabhängigkeit bis hin zu hohem Komfort im Alltag. Gleichzeitig ist sie jedoch mit fortlaufenden Ausgaben verbunden. Hier kannst du berechnen, welche Autokosten dein Fahrzeug verursacht.


Wertverlust
Der Wertverlust zählt zu den größten Kosten beim Autobesitz. Ein Neuwagen verliert in den ersten Jahren oft bis zu 50 % seines Werts. Faktoren wie Marke, Modell und Pflege bestimmen das Ausmaß und beeinflussen die Gesamtkosten erheblich.

Betriebskosten
Betriebskosten umfassen alle laufenden Ausgaben für den täglichen Fahrzeugbetrieb, wie Kraftstoff, Öl, Reifen, Reparaturen und Wartung. Auch regelmäßige Inspektionen und Verschleißteile gehören dazu. Sie variieren je nach Fahrzeugtyp, Fahrstil und Nutzungshäufigkeit.

Fixkosten
Fixkosten sind die regelmäßig anfallenden, vom Gebrauch unabhängigen Ausgaben für ein Fahrzeug. Dazu zählen Kfz-Steuer, Versicherung, Garagenmiete und Finanzierungskosten. Sie entstehen auch dann, wenn das Auto nicht genutzt wird.
Ausfüllhilfe
Fahrzeugwert jetzt und in 4 Jahren – dient dazu den realistischen Wertverlust abzuschätzen. Als Basis könnt ihr populäre Autobörsen, wie Mobile, Autoscout24, Kleinanzeigen usw. benutzen
Zinssatz: Bei Finanzierung den Zinssatz der Autobank eingeben – Bei Barzahlung entgehen dir Zinsen. Ermittle in diesem Fall welchen Zinssatz du aktuell für Festgeld bekommst und trage ihn ein.
Wartung: Versuche bestmöglich zu schätzen.
Hier eine grobe Abschätzung bei 15.000km/Jahr, für die Wartung beim Vertragshändler für verschiedene Beispielfahrzeuge:
Kleinwagen (z.B. VW Polo 1.0 TSI): 400€ jährlich
Kompaktwagen (z.B. VW Golf 1.5 TSI): 500€ jährlich
Mittelklasse (z.B. VW Tiguan 2.0 TDI): 600€ jährlich
Oberklasse (z.B. BMW 520i): 700€ jährlich
Energieverbrauch, Energiepreis: Die Berechnung funktioniert für Verbrenner und e-Autos gleich. Energieverbrauch basiert auf Liter/100km oder kWh/100 km.
Energiepreis ist € pro Liter bzw. € pro Kilowattstunde.
Reifen: Ein Reifensatz hält üblicherweise 30.000 bis 60.000 km. Schätze die Kosten pro Jahr ab.
Autokostenrechner
Eingaben
Fahrzeugkosten (pro Jahr)
Kostenverteilung
Autokosten werden oft erheblich unterschätzt
Wissenschaftler der RWI, der Universität Mannheim und der Yale University haben im Jahr 2018 tausende Autobesitzer in Deutschland zu Autokosten befragt. Die Ergebnisse sind bemerkenswert.
Privatautos verursachen ca. 20 Prozent der deutschen CO2-Emissionen. Autokosten haben einen massiven Einfluss auf das Mobilitätsverhalten. Wer mobil sein will, hat viele Möglichkeiten. Es gibt Bussen und Bahnen, Taxi, Car Sharing, Flugzeug, Schiff, Fahrrad, eBike und Lastenrad. Mittlerweile gibt es 569 Autos auf 1.000 Einwohner. Offensichtlich ist ein eigenes Auto nicht nur bequem, sondern wird als preisgünstig empfunden. Aber ist der Autobesitz und Autofahren wirklich so günstig?
Dafür wurde von Forsa eine Zufallsstichprobe gemacht, die repräsentativ für die deutschsprachige Bevölkerung ab 14 Jahren ist. Zwischen April und Juni 2018 wurden über 7.800 Personen befragt, von denen über 6.800 ein Auto hatten. Knapp 5.500 von ihnen gaben eine Autokostenschätzung ab.
Die Befragten gaben unter anderem das Fahrzeugmodell, das Alter des Fahrzeugs, die gefahrenen Kilometer pro Jahr und das Reiseverhalten an. Daraus wurde auf Basis von Autokostentabellen die wahren Kilometerkosten gegenüber gestellt. Betrachtet wurden: Kraftstoff, Abschreibung, Reparatur sowie Steuern und Versicherungen
Viele unterschätzen die Autokosten um die Hälfte
Die meisten Autofahrer schätzten die Treibstoffkosten relativ gut ein. Bei den anderen Kosten lagen sie dagegen deutlich zu niedrig. Am gravierendsten ist das Unterschätzen des Wertverlusts (Abschreibung). Aber auch die Fixkosten (Steuer und Versicherung) und Wartung wurde erheblich unterschätzt.
Ergebnis: Die „echten“ Kosten des Fahrzeugbesitzes lagen im Durchschnitt der Befragten monatlich bei 460€. Geschätzt wurden allerdings nur 221 €. Das heißt die Autokosten wurden um mehr als die Hälfte unterschätzt.
Bei der Befragung schätzen nur 57% der Befragten die Wartungskosten ab und nur 29 Prozent lieferten einen Schätzwert für den Wertverlust. Befragte, die alle Kostenarten abschätzten, lagen mit ihrem Gesamtschätzwert immer noch 35% unter den wirklichen Kosten.
Ein ehrlicher Vergleich mit den ÖPNV-Kosten tut not
Diese bemerkenswerte Schätzfehler vieler Autofahrer führen vielfach zu wirtschaftlich fragwürdigen Entscheidungen. Sie vergleichen die unterschätzten Autokosten mit den realen ÖPNV-Ticketpreisen, Taxis-, Mietwagen- und Car Sharing-Preisen. Wer mit den „echten“ Fahrzeugkosten rechnet, für den ist ein Monatsticket für die Öffis gleich viel attraktiver. Natürlich kommt nicht jeder oder jede mit dem ÖPNV in vertretbarer Zeit zum Arbeitsplatz oder zum Einkaufen. Aber wer Alternativen hat, sollten den Kostenvergleich objektiv machen, um sich vor teuren Fehlentscheidungen zu schützen.
